Mein Faible für die Astrologie ist ja hinlänglich bekannt, eine meiner Lieblingsastrologinnen hat heute aufgrund einer aktuellen Konstellation diese Frage in den Raum gestellt. Wer bin ich eigentlich, wenn …

Und weil mich diese Frage nun schon seit ein paar Monaten begleitet, vor allem das aber mit Sicherheit für viele ein Trigger sein kann, teile ich hier mal meine Gedanken dazu.

Fast zwei Jahrzehnte lang war ich als Herausgeberin eines Regionalmagazins „die Lilly von der Wein4tlerin“. Als sich im Sommer 2025 abzeichnete, dass das Ende dieser Ära eingeläutet war, kam mir diese Frage immer öfter in den Sinn und brachte eine gehörige Portion Panik mit. Wer bin ich, wenn ich nicht mehr diese Lilly von der Wein4tlerin bin? Was bleibt von mir übrig? Wer bin ich eigentlich tatsächlich.

Wer bin ich, ohne die Zwänge, die ein Job so mit sich bringt, vor allem wenn er (als einziger Broterwerb der Familie) einfach funktionieren muss? Was bleibt, wenn das Hamsterrad, das sich so viele Jahre so schnell gedreht hat, plötzlich ausläuft und still steht?

Die Lieblingsastrologin Doris Kleber schreibt von Unabhängigkeit, echter innerer Freiheit und dem Mut, eigene Entscheidungen zu treffen und ihnen zu folgen. Und ja, das kann ich schon auch fühlen – innere Freiheit und Unabhängigkeit. Sie regt an, diese Pluto-Sonnenkonjunktion für die Fragen zu nützen, wer ich bin, wenn meine Vergangenheit nicht mehr meine Identität bestimmt, wenn ich alte Rollen nicht mehr ausfülle.

Willkommen in der Leere …

Boah. Diese Leere, von der sie in diesem Zusammenhang spricht, kenne ich nur allzu gut. Und nur selten klappt es auf Anhieb in einem einzigen großen Sprung, sie zu verlassen, und die Angst vor dem Neuen zu überwinden. Ihr Rat: Aus den alten Rollen in kleinen Schritten auszusteigen, um neue Anteile und Ressourcen in sich zu finden und um letzten Endes diese Unabhängigkeit, die uns die Wassermannzeit jetzt als Eselskarotte vor die Nase hält, zu leben.

Einfach ist das ganz bestimmt nicht, vor allem, wenn man noch in seiner Lebensmitte steckt, Kinder zu versorgen hat, Kreditraten fürs Eigenheim erwirtschaften muss und der Tag kaum genug Stunden verschenkt, um mit dem Alltag klar zu kommen. Auf dem Weg in die neue wassermanndominierte Zeit wird sich aber wohl jeder früher oder später mit dieser Frage auseinandersetzen müssen.

Krisen sind dabei ebenso schlimm wie hilfreich, denn sie verschaffen uns genau diesen Spiel-Raum, uns darüber Gedanken zu machen. Und dabei finden wir womöglich den einen oder anderen versteckten Schatz in uns, den wir bisher vor lauter Hamsterradeln völlig übersehen haben …