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REISE

Wie wär’s mit einem Tiny House?

Ihr kennt sie ja sicher aus Social Media und YouTube: die winzigen kleinen Häuschen und die Geschichten von Menschen, die aus ihren Häusern und Wohnungen ausgezogen sind, um künftig auf kleinstem Raum zu leben. Mich haben sie irgendwie fasziniert …

Das könnte eine Idee für ruhigere Tage sein – die Kinder sind aus dem Haus, unsere Bedürfnisse haben sich verändert – mit der Zeit und mit dem Zeitgeist. Und als dreifacher Steinbock ist die Reduktion aufs Wesentliche sowieso ein Mega-Thema für mich. Vermutlich bin ich auch deshalb so auf dieses Thema angesprungen. Einziger Nachteil: Auch das Tiny House ist nicht mobil, ist im Grunde einfach das, was bei uns immer schon in den Kleingartensiedlungen steht und daher hat die Idee nur einen neuen Anstrich – sprich coolen Namen – bekommen.

Wohnmobil: Getestet und für nicht optimal befunden

Schon zweimal haben wir den Urlaub im Wohnmobil getestet. Wir haben mit Kind und (einem) Hund zwei Wochen lang Dänemark bereist, was ich extrem beengend und wenig gemütlich erlebt hatte. Ein zweiter Versuch – ohne Kind und mit zwei Hunden – war platzmäßig zwar etwas geräumiger, doch kühle Nächte und Regentage zwingen einen ins Wageninnere und da ist es dann wiederum eng und ungemütlich.

Aber – neben den hohen Anschaffungskosten – waren es dann doch noch andere Argumente, warum wir das WoMo für uns ausgeschlossen haben: Hat man sich auf dem Stellplatz der Wahl mal eingerichtet, das Auto waagrecht ausgerichtet und Tisch und Stühle ausgeräumt, wird es mühsam, wenn man mal schnell in die nächste Stadt bummeln mag. Alles wieder wegpacken, den Stellplatz verlassen, um wenig später beim Heimkommen wieder dieselbe Prozedur vorzunehmen. Parkplatz-Suche mit dem Wohnmobil in Städten ist auch nicht immer ein Honiglecken, vor allem in Ferienzeiten, wenn der Tourismus floriert. Last but not least war meine Überlegung auf lange Sicht: Hätten wir so ein Wohnmobil endlich abbezahlt, wäre sein Autoteil bereits mehrere Jahre alt. Da drohen dann zusätzliche Kosten für Instandhaltung und Reparaturen, die auch im Voraus gar nicht abzuschätzen sind. Also haben wir auch diese Idee wieder ad acta gelegt.

Plötzlich ist alles im Flow

An einem gemütlichen Sonntag im vergangenen Sommer keimte dann plötzlich eine neue Idee auf: Wie wäre es eigentlich mit einem Wohnwagen? Wäre ja auch eine Art Tiny House, wir wären damit mobil, an den Ferienorten unserer Wahl könnte der Wohnwagen einfach stehenbleiben und wir wären mit dem Auto für Sightseeing unabhängig. Mit mittlerweile drei Hunden wäre der Innenraum auch nicht so beengt. Auch der Göttergatte findet meine Idee gar nicht so schlecht und wir googeln uns einen ganzen Sonntagnachmittag durch Angebote für Gebrauchtwägen, Herstellerseiten und Grundrisse. Jeder von uns darf bestimmen, was uns in so einem Fall wichtig wäre, wie eine gemütliche Eckbank, eine eigene Dusche, die Anordnung der Betten. Und natürlich müssen Größe und Gewicht zu unserem Zugfahrzeug passen, denn für größere Lasten muss ein eigener Führerschein her. Da blieben nur noch einige Modelle übrig, eines davon ist in Gmunden zu besichtigen.

Na, ihr werdet es erraten: Schon zwei Tage später sind wir unterwegs, um diesen nagelneuen Wohnwagen zu besichtigen. Und er hält alles, was er online in Bild und Plan versprochen hat, in der Ausstattung übertrifft er unsere Erwartungen noch bei Weitem. Ein eher harmloser Hagelschaden verringert den Preis auch noch nicht unerheblich. Ein sehr netter, vor allem wohl cleverer Verkäufer macht uns klar, dass die Nachfrage, jetzt in C-Zeiten, besonders groß ist, und er den Wohnwagen deshalb nicht für unsere Überlegungszeit reservieren kann. Aufgeregt machen wir uns auf den Heimweg, der uns aber in aller Ruhe Gelegenheit gibt, unsere Gedanken zu sortieren.

Zuhause angekommen haben wir unsere Entscheidung bereits getroffen: Wir wagen das Abenteuer!

Schon eine Woche später haben wir einen Termin zur Führerschein-Aufschulung: B96, in Theorie und Praxis (allerdings ohne Prüfung), um einen Anhänger ziehen zu dürfen. Eine kurze Suche ergibt, dass es nur einige Ortschaften von uns entfernt einen Stellplatz für Boote und Camper gibt – der letzte freie Platz gehört uns! Nachdem alles so schnell und glatt ging, wollten wir natürlich um keinen Preis auf den nächsten Frühling warten, und planten – ebenso flott – einen Kurzurlaub in Kroatien, um ein erstes Mal zu erleben, ob das Campingleben im Wohnwagen für uns auch wirklich so ist, wie wir uns das in unseren Visionen erträumen …

Mitte Oktober geht’s los!

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