Hole in one: Fitnesstrainer & Paartherapeut

Kürzlich kam mein lieber Mann ganz euphorisch von seiner sonntäglichen Männer-Radtour zurück. Mit dem Ei des Columbus.

Radkumpel Franz hat ein neues Mountainbike, das ihm den Nick Akku-Franz beschert. Ein Hybrid-Mountainbike nämlich. „Das ist genau das Richtige für dich“, schwärmte der Göttergatte, der vor seinem geistigen Auge schon stundenlange zweisame Radtouren durchs Hochgebirge sah.

Ein E-Bike??? Niemals! Das beleidigt meine Sportlerehre ja total. Und überhaupt, wenn ich endlich mein Wunsch-/Traum-/Zielgewicht erreicht habe, dann wird auch das Rad fahren bestimmt nicht mehr so anstrengend sein …

Allerdings, ich muss zugeben, dass meine Ambitionen zum Radln dramatisch gesunken sind, seit wir aus der Donau-Ebene in die Tiefen des sanfthügeligen Weinviertels gezogen sind (was nun immerhin schon mehr als zehn Jahre her ist und meine sportliche Radlaufbahn nicht unwesentlich beeinträchtigt hat). Es gibt keine Route, die mich nicht mit quälenden Bergaufstücken schon beim Gedanken daran lähmt. Erschwerend kann ich mir auch von den dazugehörigen Downhill-Passagen, die dem gestandenen MBler die Motivation für die anstrengenden Aufstiege schenken, vor lauter Angst der Ungeübten nichts abholen.

Dabei habe ich per se gar nichts gegen Rad fahren. Ich bin halt einfach nur eine Ebenen-Radlerin. Zum nun schon langjährigen Kummer meines Göttergatten.

 

Motivation auf vier Beinen

Nun zieht Ende Mai wieder ein vierbeiniger Fitnesstrainer bei uns ein.

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A lil prince – 9 Tage alt

 

Ein Border – also die etwas sportlichere Collie-Variante. Mountainbiken, erklärt mir der beste Gefährte von allen, ist ideal für den Hund. Das langsame Radln über Wurzeln und holprige Feld- und Waldwege in schattigen Gefilden hat ja schon unser Ben sehr geschätzt – wann immer jemand seine Radschuhe aus dem Kasten geholt hat, ist unser Collie vor lauter Vorfreude völlig ausgeflippt.

 

Testfahrt

Da sich diese Argumente leider nicht so leicht vom Tisch fegen lassen, habe ich mir gestern also Akku-Franzens Rad geliehen. „Probier es doch wenigstens mal“, hatte der Göttergatte insistiert und das vielleicht später ein kleines bisserl bereut, als ich den gefürchteten ›Eselsweg‹ im Tour-Modus  fröhlich grinsend und gänzlich unangestrengt an ihm vorbeigerauscht bin. Das Rad ist nämlich tatsächlich der Hit und die Lösung all meiner Probleme auf zwei Reifen.

Mein Test-Cube ist ein (zugegeben mit 18 Kilo ziemlich schweres) Mountainbike mit Federgabel und allem Drum und Dran, wie eben auch einem kleinen Akku 😉 Der kann wahlweise still- oder zugeschalten werden und gibt nur Power, wenn man selbst tritt (es ist also kein Moped!). Je nach Steigung, Lust und Laune kann man sich zusätzliche Unterstützung in den Modi Eco, Tour, Sport und Turbo holen.

Ich muss zugeben – mein falscher Stolz hat sich schon nach dem ersten Bergauf-Stück grußlos verabschiedet! Schließlich findet es ja auch nur mein Ego sportlicher, mit dem Mountainbike NICHT zu fahren, weil es zu anstrengend ist, als mit dem E-Cube spielende sieben Kilometer über Stock und Stein zu radeln und sich bei Anstiegen ein wenig Unterstützung zu holen.

Und wenn ich den Schock über den Preis überwunden habe, werde ich mir das Modell mit der schönsten Farbe aussuchen. Damit gemeinsamen Radtouren mit Mann und Hund keine Berge mehr im Weg stehen.

Für alle richtigen MBler gibt’s hier einen professionellen Testbericht

Foto: Cube.eu

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