Am Anfang war das …

… ja, das Wort auch. Aber ich spreche mehr vom Schlafdefizit. Das sich einstellt, wenn ein Baby ins Haus kommt. Auch wenn es vier Beine hat.

 

Vor drei Tagen ist unser  Hundebaby bei uns eingezogen. Neun Wochen lang haben wir diesen Tag herbeigesehnt, kaum erwarten können, bis es so weit war. Und nun endlich: Spencer, unser Border Collie-Welpe, ist da!

Dreizehn Jahre lang hat uns unser Collie Ben so treu begleitet, wir halten uns für hundeerfahren und allem, was nun kommen wird, gewachsen. Und sind ganz schön erstaunt, wie man Dinge einfach vergessen kann. Beispielsweise die erste Zeit, bis der Welpe verbindlich zur Kenntnis genommen hat, dass erstens Pipi nur außerhalb des Hauses stattfindet und zweitens nächtens alle Zwei- und Vierbeiner schlafen. Kopfschüttelnd kratzen wir uns am Kopf und kramen in unseren Gehirnwindungen – aber beim besten Willen – wir können uns an nichts erinnern. Ähnlich ist es auch bei einer Geburt – kaum hat man sein Baby in den Armen, hat man vergessen, wie sich stundenlange Presswehen anfühlen.

Macht nix. Man muss sich ja nicht an alles erinnern, zumal man es ohnehin (wieder) erlebt. Also pieselt Welpi frohgemut ein wenig abseits des fröhlichen Treibens um uns zu zeigen, dass er grundsätzlich ja eh schon sauber wäre. Was?? Ach so, im Haus nicht??? Muss einem doch gesagt werden …

Das Gute: Border Collies lernen rasant. Alles. Es empfiehlt sich also, auf der Hut zu sein! Gut, also Pipi draußen in der Wiese. Was? Häufchen auch??? Aufgrund dieses mangelnden Informationsflusses scheint unser Welpi schon gelangweilt die Stirn über unser Unvermögen zu runzeln. Ja, warum sagt mir das denn keiner? Okay, das Thema haben wir jetzt durch. Spencer weiß jetzt: Pipi UND Häufchen -> im Garten, besser noch VOR dem Garten (was sich schon meistens ausgeht).

Welpen sind vergleichsweise kleine Hunde. Dementsprechend klein ist auch ihre Blase. Man darf also nicht erwarten, dass diese kleine Blase nächtelang unentleert bleiben kann. Also erwacht der Welpe mit voller Blase zwischen Mitternacht und vier Uhr früh. Die Freude über die Erleichterung bleibt nicht aus und geht nahtlos in unbändige Freude über, Herrchen und/oder Frauchen wiederzusehen. Und das Bällchen. Und den Konk. Und …  Wir teilen uns in Nachtschichten auf: Einer schläft bis zum morgen(grauen)dlichen Erwachen, während der andere bis zur nächtlichen Pipipause wacht.

Und hat nicht alles sein Gutes? Ich bin heute mit Nachtschicht dran, habe schon viel Liegengebliebenes aufgearbeitet und komme endlich wieder zum Bloggen. Na bitte!

Vom Guten, das dieses wunderbare Hundekind in unser Leben bringt, ganz zu schweigen. Unsere Laura hat es auf den Punkt gebracht: Obwohl unser Haus doch noch dasselbe ist, ist es nicht mehr dasselbe seit Spencer da ist, hat sie staunend philosophiert. Und es stimmt. Es ist heller geworden, es wird noch viel mehr gelacht und wie groß die Freude der frischgebackenen Hunde-Eltern sein kann, wenn das Hunde-Kind das erste Mal auf seinen Namen hört, oder auf „Komm!“ mit fliegenden Ohren angerannt kommt, ist wohl nur Hundebesitzern geläufig. Sofern sie sich noch daran erinnern können …

 

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